Plankostenrechnung leicht gemacht

Plankostenrechnung ist für Dich ein Buch mit 7 Siegeln?

plankostenrechnung
Plankostenrechnung_verstehen

Vor genau dieser Situation bin ich auch gestanden. Deshalb gleich mal die gute Nachricht: Ihr könnt viele Aufgaben lösen, auch wenn Ihr eigentlich gar nicht wisst, was Ihr da tut. Mit der Formelsammlung kommt man auch schon mal gut voran. Leichter geht es aber ganz sicher, wenn Ihr versteht, um was es geht.

 
Deshalb hier die Erklärung für alle Begriffe, die Euch dabei über den Weg laufen werden. Wenn Ihr versteht, was sich hinter den einzelnen Begriffen verbirgt, dann ist Euch bestimmt auch klarer, was die ganzen Formeln bedeuten.

 
 
 

  • Drei Arten der Plankostenrechnung

    Starre Plankostenrechnung:
    Es wird kein Unterschied gemacht zwischen Fixkosten und variablen Kosten

    Flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis:
    Die Kosten werden unterteilt in fixe und in variable Kosten. Dadurch wird die Berechnung genauer

    Flexible Plankostenrechnung aus Teilkostenbasis (Grenzplankostenrechnung):
    Es werden nur die variablen Kosten betrachtet

  • Gesamtplankosten

    Das sind alle Kosten, die in einem bestimmten Zeitraum (Periode) anfallen.

    Warum ist das wichtig? Weil Ihr das für die Kalkulation der Verkaufspreise braucht

    Wie macht Ihr das? Erst einmal überlegt Ihr (oder eben der Unternehmer), wie viele Produkte Ihr verkaufen/produzieren könnt. Dann berechnet Ihr, welche Kosten bei dieser Menge anfallen. Und schon habt Ihr die Gesamtkosten!

    Und schon sind wir beim nächsten Begriff. Bei der Plankostenrechnung sprechen wir nicht von Menge, sondern von Beschäftigung. Und weil es sich in dem o.g. Beispiel um die geplante Menge handelt, spricht man deshalb von der Planbeschäftigung.

  • Plankostenverrechnungssatz

    Ein sehr kompliziertes Wort für etwas ganz einfaches: Das ist nichts anderes als die geplanten Kosten pro Stück. Wie oben schon geschrieben, muss ein Unternehmer ja auch die Verkaufspreise kalkulieren. Deshalb macht es druchaus Sinn, wenn man weiß, welche Kosten pro Stück anfallen

  • verrechnete Plankosten

    Möchtet Ihr wissen, wie viele Eurer Kosten in den verkauften/produzierten Produkten einkalkuliert sind? Dann multipliziert einfach die Stückplankosten (siehe oben) mit Eurer tatsächlichen Menge und schon habt Ihr das Ergebnis.

    Wie schon geschrieben, spricht man bei der Plankostenrechnung nicht von Menge, deshalb nennt man die tatsächliche Menge Istbeschäftigung

  • Gesamtabweichung

    Wenn Ihr (oder der Unternehmer) dann produziert hat, sollte eine Nachkalkulation erfolgen. Dabei wird verglichen, ob Euer Plan auch eingehalten wurde. Na, was meint Ihr? Wie oft sind die tatsächlichen Kosten genau die, die ursprünglich geplant wurden? Genau, eher selten. Deshalb vergleicht man die verrechneten Plankosten (was durch den Verkauf wieder rein kommt) und die Istkosten (was tatsächlich angefallen ist). Die Differenz ist die Gesamtabweichung. Der Nachteil daran ist, dass man recht wenig Einblick bekommt, wie es zu dieser Abweichung kommt. Deshalb gibt es ja die flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis. Flexibel deshalb, weil Ihr hier die Kosten flexibel nach verschiedene Mengen berechnen könnt. Dazu gleich mehr…

  • Sollkosten

    Das ist eine genauere Betrachtung, wie viele Kosten bei der tatsächlichen Menge (Istbeschäftigung) anfallen sollten:
    Fixkosten falle immer gleich an, egal welche Menge produziert wird. Variable Kosten fallen mengenabhängig an. Je mehr ich produzieren, desto höher sind sie.
    Deshalb werden in die Sollkosten alle Fixkosten eingerechnet und die variablen Stückkosten multipliziert mit der Istbeschäftigung.

  • Beschäftigungsabweichung

    Beschäftigungsabweichung
    = verrechnete Plankosten – Sollkosten

    Wie viel habe ich durch den Verkauf meiner Produkte an Kosten wieder eingenommen?
    minus
    Wie viel hätten bei dieser Menge anfallen dürfen?

    Diese Differenz ist die Beschäftigungsabweichung . Sie gibt an, auf wie vielen Fixkosten ich „sitzenblieb“ (Istbeschäftigung < Planbeschäftigung) oder was ich zusätzlich eingenommen habe (Istbeschäftigung > Planbeschäftigung).

  • Verbrauchsabweichung

    Verbrauchsabweichung
    = Sollkosten – Istkosten

    Welche Kosten hätten bei dieser Menge anfallen dürfen?
    minus
    Wie viel habe ich tatsächlich an Kosten ausgegeben?

    Diese Differenz ist die Verbrauchsabweichung . Sie gibt an, wie viel mehr ich verbraucht habe, als ich eigentlich hätte verbrauchen dürfen. Das kann z.B. dadurch entstehen, dass Ihr viel Ausschuss produziert habt, Überstunden bezahlt werden musst, Rohstoffe teurer waren als geplant, …

    Und jetzt könnt Ihr die Gegenprobe machen: Die Beschäftigungsabweichung und die Verbrauchsabweichung zusammen ergeben wieder die Gesamtabweichung 🙂

Und wenn Ihr das ganze lieber als Video anschaut: Bitteschön!

2 Kommentare zu „Plankostenrechnung leicht gemacht“

  1. “Dann multipliziert einfach die Stückplankosten (siehe oben) mit Eurer tatsächlichen Menge…” Also ist sind die Stückplankosten = Plankostenverrechnungssatz?

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